Seite wählen

Wenn man sich mit der Geschichte von Hanf beschäftigt, dann findet man schnell heraus, dass Hanf als Nutzpflanze und als Medizin schon seit sehr langer Zeit genutzt wurde. Die Hanfpflanze gilt als schnellwachsender Rohstoff und ist im Anbau recht anspruchslos. Die Heimat des Hanf liegt in Zentralasien, dem heutigen Kasachstan. Dort war es üblich, dass der Hanf wild in der Natur gesammelt wurde.

Durch die Legalisierung von CBD In den letzten Jahren, hat die Erforschung der Hanfpflanze Cannabis Sativa einen enormen Aufschwung erfahren.

Hanfnutzung in der Antike

Die Geschichte von Hanf in der Antike zeigt, dass die Pflanze schon seit sehr langer Zeit für die Herstellung von Textilien, für Seile in und für medizinische Zwecke genutzt wurde

  • Die Chinesen bauten ca. 8.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung den Hanf zur Herstellung von Kleidung, Papier, Segeltüchern, Hanföl oder Seilen an.
  • Historische Aufzeichnungen verweisen auf Samenfunde der Cannabispflanze auf dem Gebiet von Thüringen, die aus dem Jahr 5000 v. Chr. stammen. Man kann also davon ausgehen, dass Cannabis schon vor langer Zeit in Deutschland angebaut, verarbeitet und genutzt wurde.
  • 2.800 vor Christus drehte man in China Seile aus Hanffasern und stellte später auch das erste Papier aus Hanffasern her.

Verbreitung der Hanfpflanze

Irgendwann startete die Pflanze eine kontinentale Reise, die sie zunächst nach Indien. Von dort aus ging es weiter in den Mittleren und Nahen Osten.

  • Im antiken Ägypten wurde Cannabis verwendet, um Schmerzen zu lindern und Patienten mit Epilepsie zu behandeln.
  • In Ägypten zierten die Cannabisblätter die Tempelwände. Das lässt darauf schließen, dass man im alten Ägypten bereits Cannabis nutzte.
  • In dem Papyrus Ebers, einer 3500 Jahre alten medizinischen Textsammlung wurde Cannabis als Heilmittel für Zehennagel empfohlen.
  • Im alten Rom wusste man bereits, dass der Konsum von Cannabis „Frohsinn“ mit sich brachte und nutzte ihn auch in der Medizin, wiederum zur Schmerzlinderung.
  • Es wird vermutet, dass auch die Germanen Cannabis als Heilmittel genutzt haben.
  • Kelten benutzen den Hanfsamen ca. 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung als Grabbeilage.

Geschichte des Hanf ab dem Mittelalter

Die Pflanze war bereits im Mittelalter in den europäischen Ländern bekannt. Die Fasern wurden zur Herstellung von Textilien und die Blüten zur Herstellung von Medizin verwendet.

Zuerst war die Pflanze im mittleren und Nahen Osten bekannt. Während der Kolonialzeit verbreitete sich Hanf, insbesondere durch den Dreieckshandel zwischen Spanien, Afrika und Südamerika, auf den verschiedenen Kontinenten.

  • Die Cannabispflanze war auch Karl der Große bekannt. Sie wurde bereits in seiner Landgüterverordnung (ca. 812 n. Chr.) erwähnt. Die Cannabispflanze bereits Mittelalter voll akzeptiert und integriert und als therapeutisches Mittel genutzt.
  • Hinweise auf Cannabis als Medizin finden sich in der Schrift „Physica – Liber simplicis medicinae“ von Hildegard von Bingen. Sie schreibt, dass Cannabis als schmerzlindernde und verdauungsfördernde Pflanze genutzt werden könne und sich zur Behandlung von Wunden und Geschwüren eigne.
  • Als Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, bestanden seine Segel und Taue aus Hanf. Er brachte die Pflanze nach Amerika.
  • Im Krieg wurde Cannabis genutzt, um das Durchhaltevermögen der Soldaten zu stärken. Napoleons Soldaten setzten auf ihren Feldzügen die entspannende Cannabiswirkung.
  • 1833 führte der irische Arzt William O’Shaughnessy die Cannabispflanze mit einem auf seinen Erfahrungen mit indischen Kranken basierenden Buch nach England und in die USA ein.
  • Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde 1776 auf Hanfpapier verewigt.
  • Die erste Jeans von Levi Strauss aus dem Jahre 1870 bestand aus Hanf.
  • Auch die deutschen Soldaten nutzen im Deutsch-Französischen Krieg im Jahr 1870 die Cannabiswirkung.
  • Ab 1854 wurde Cannabis und Cannabisprodukte in amerikanischen Krankenhäusern genutzt

Geschichte des Hanf in der Neurzeit

  • Rund um 1900 ist die Hanf-Tinktur das am meisten verordnete Arzneimittel in Deutschland.
  • 1925 wurde Cannabis im Internationalen Opium-Abkommen von Den Haag aufgenommen und mit Opium, Morthium, Heroin und Kokain gleichgesetzt.
  • Im Jahr 1935 war der Gebrauch von Cannabis als Genussmittel fast in allen amerikanischen Bundesstaaten verboten.
  • Unter Leitung von William Hearst wurde 1936 eine umfassende Anti-Cannabis-Kampagne, die sehr rassistisch war, in den Medien durchgeführt.
  • In den USA wurde Hanf während des zweiten Weltkrieg wieder produziert, denn Hanf wurde als Rohstoff für die Uniformen benötigt. Im Jahre 1946 kehrte man zu dem strikten Verbot wieder zurück und vernichtete Felder und Ernten.
  • Bis 1961 war es in den USA verboten, an Cannabis zu forschen.
  • 1964 gelang es den Wissenschaftlern, das psychoaktive Haupt-Cannabinoid Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) zu isolieren.
  • Mit der Verabschiedung des Controlled Substances Therapeutic Research Act 1978 in New Mexico wurde der medizinische Wert von Cannabis gesetzlich anerkannt.
  • Seit 1996 kann THC armer Nutzhanf in Deutschland wieder angebaut werden. Allerdings muss dafür eine Genehmigung beantragt werden.
  • 1980 entdeckten Wissenschaftler das menschliche Endocannabinoid Systems.
  • 1990 und 1993 wurden die beiden Rezeptoren CB1 und CB2 entdeckt. Die beiden Rezeptoren sind Bestandteile des Endocannabinoid Systems des Menschen und darüber hinaus, von allen Säugetieren.
  • 1992 fand man heraus, das Anandamid und 2-Arachidonoylglycerol die beiden wichtigsten Endocannabinoide sind.
  • Kalifornien war 1996 der erste Bundesstaat in den USA, der die medizinische Nutzung von Marihuana legalisierte.
  • Erst seit wenigen Jahren kann CBD als Nahrungsergänzungsmittel frei verkauft werden, wenn der THC Gehalt unter 0,2% beträgt.
  • Colorado war der erste Staat, in dem Cannabis wieder freigegeben wurde. (siehe unten: Cannabis gegen Epilepsie)

Forschungen in den letzten Jahren

  • Der US-amerikanische Chemiker Roger Adams s konnte 1942 das erste Cannabinoid, nämlich Cannabidiol, vollständig isolieren. Im Rahmen seiner Forschungen entdeckte er auch Tetrahydrocannabinol.
  • Einem Forscherteam um den Chemiker Raphael Mechoulam aus Israel gelang es im Jahr 1963, Tetrahydrocannabinol, den psychoaktiven Hauptwirkstoff von Cannabis, zu isolieren und zu synthetisieren. Ihnen ist es zu verdanken, dass es Forschern möglich ist, die Wirkung von THC zu untersuchen.
  • Ein brasilianischer Forscher konnte bereits 1973 herausfinden, dass CBD bei Epilepsie seine Wirksamkeit zeigt, indem er mehrere Tests an Tieren durchführte.
  • Der nächste wichtige Erfolg erfolgte Ende der Achtziger Jahre, als es gelang das Endocannabinoid-System im menschlichen Körper nachzuweisen.
  • Ende der 90er Jahre hat eine Gruppe von Forschern des Nationalen Instituts für Mentale Gesundheitin Nordamerika festgestellt, dass CBD ein wirksames Antioxidationsmittel ist.

Cannabis gegen Epilepsie

Charlotte Figgi wurde im Oktober 2006 zusammen mit Ihrer Zwillingsschwester geboren. Im Alter von 3 Monaten hatte sie ihren ersten epileptischen Anfall. Sie litt an einer seltenen Form von chronischer Epilepsie, dem Dravet Syndrom. Als Charlotte 4 Jahre alt war, konnte sie kaum laufen, sprechen und essen. Alle Therapieversuche der modernen Medizin waren erfolglos.

2012 suchte Charlotte Figgis Mutter nach CBD Marihuana für ihre Tochter. Nachdem der Einnahme von Öl, das nur wenig THC enthielt, erlebte die Charlotte Figi einen sofortigen Rückgang ihrer epileptischen Anfälle von 300 pro Woche auf 2 bis 3 pro Monat. Die Gesichte von Charlotte Figi wurde über die Medien verbreitet. Ihre Geschichte half, dass Cannabis für medizinische Anwendungen in Colorado und einigen anderen Staaten, freigegeben wurde. Seit dieser Erfolgsgeschichten hat sich die Haltung sehr vieler Menschen gegenüber Cannabis-Produkten geändert.

Pin It on Pinterest

Share This